Verdienste in der Bauwirtschaft steigen

Die Bauunternehmen haben - trotz Corona - Probleme, ihre offenen Stellen zu besetzen. Um Fachkräfte zu finden oder diese im Unternehmen zu halten, haben sie die Löhne und Gehälter erhöht. Dies hat den Abstand zu den Verdiensten im Verarbeitenden Gewerbe reduziert.

Im Hoch- und Tiefbau lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst (ohne Sonderzahlungen) bei 3.861 Euro (Stand: 3. Q. 2020). Die Verdienste am Bau sind damit seit 2007 durchschnittlich um 40 % gestiegen. Besonders stark angezogen haben sie ab 2011, als aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Baufacharbeitern die Behinderung der Bautätigkeit durch Arbeitskräftemangel und somit die Abwerbung innerhalb der Branche an Dynamik zugelegt hat. Der Anstieg der Verdienste fällt umso stärker aus, je höher die Qualifikation der Arbeitnehmer und somit die Leistungsgruppe ist (nicht zu verwechseln mit der Lohngruppe). Den stärksten Anstieg verzeichneten die Gehälter der Leistungsgruppe 1 (+ 47 %), dies sind Arbeitnehmer in leitender Stellung.

Im Vergleich zur Bauwirtschaft sind die Verdienste im Verarbeitenden Gewerbe im Durchschnitt im gleichen Zeitraum „nur“ um 28 % gestiegen, womit der Abstand der Verdienste am Bau zu denen im Verarbeitenden Gewerbe geschrumpft ist, 2007 erreichten die Durchschnittsverdienste im Hoch- und Tiefbau 87 % des Niveaus im Verarbeitenden Gewerbe, 2020 bereits 95 %. Trotz 10 Jahren Bauaufschwung liegen die Verdienste in der Bauwirtschaft im Durchschnitt damit aber immer noch 5 % unter dem Niveau des Verarbeitenden Gewerbes.

Der Abstand hat sich im Vergleich zum Vorjahr allerdings deutlich verringert: 2019 lag das Niveau 10 % niedriger. Die Verbesserung in 2020 ist auf die Corona-Krise zurückzuführen, welche die Baubranche im Gegensatz zur Industrie 2020 nicht so stark getroffen hat: Während die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste im Hoch- und Tiefbau im 3. Quartal 2020 um 1,6 % über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums lagen, sind die Verdienste im Verarbeitenden Gewerbe um durchschnittlich 3,6 % gesunken. Insbesondere in den niedrigeren Leistungsgruppen (LG) hat das Baugewerbe aufgeholt: Während die Bruttomonatsverdienste der Arbeitnehmer in der LG 5 im Hoch- und Tiefbau im 3. Quartal 2020 um 5 % über dem Niveau des Vorjahres lagen, gingen sie im Verarbeitenden Gewerbe um 3,1 % zurück. Damit liegen die Verdienste bei ungelernten Arbeitnehmern im Hoch- und Tiefbau nun über denen im Verarbeitenden Gewerbe. Demgegenüber liegen die Verdienste bei leitenden Angestellten des Hoch- und Tiefbaus immer noch unter denen des Verarbeitenden Gewerbes, der Abstand hat sich aber deutlich verringert (2020: 97 %, 2019: 93 %).