Dipl.-Volkswirtin Petra Kraus

petra.kraus@bauindustrie.de

Ausbildung in der Bauwirtschaft

Deutlich mehr Renten- als Neuzugänge


Die Bauwirtschaft hatte im Zuge der Baurezession an Attraktivität für Auszubildende verloren, deren Zahl lag Ende 2017 bei 37.430 und damit um 63 % unter dem Niveau von 1995. Auch der unerwartet starke Anstieg der Zahl der Lehrlinge im 1. Ausbildungsjahr um 920 bzw. 7,6 % auf 12.950 Ende 2017 konnte den negativen Trend nur leicht stoppen.

Dass die Zahl der Lehrlinge trotz des demografischen Wandels zulegt hat, führen Fachleute auf das „Berufsstart Bau“-Programm zurück, in dem junge Leute gezielt auf die Ausbildung vorbereitet werden. Aber auch die Zahl der Auszubildenen aus Flüchtlingsherkunftsländern ist gestiegen: 2017 wurden (nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit) allein im Hoch- und Tiefbau 500 Ausbildungsverträge mit Bewerbern aus den Kriegs- und Krisengebieten abgeschlossen, das waren 300 mehr als im Vorjahr und somit ein Drittel des Anstiegs der Lehrlingszahlen im 1. Lehrjahr.

Die insgesamt 11.670 gewerblichen Neuzugänge können die schätzungsweise 15.500 Arbeiter, die 2017 in den Ruhestand gegangen sind, aber nicht ersetzen.

Mittlerweile liegt das Verhältnis von Auszubildenden zu Facharbeitern nur noch bei 8,4, die Lehrlingsquote lag 1997 noch bei 14. Diese fällt innerhalb der Betriebsgrößenklassen unterschiedlich aus: Lediglich die Betriebe mit 100 und mehr Beschäftigten weisen einen überdurchschnittlichen Wert auf.

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