Staatliche Nettoanlageinvestitionen in Bauten

Kommunen als Sorgenkinder

Bei der staatlichen Bautätigkeit sind nicht nur die reinen Bauausgaben wichtig, sondern auch deren Relation zum Vermögensbestand an Bauten. Von 1991 bis 1994 lagen die Nettoanlageinvestitionen des Staates (Bruttoanlageinvestitionen minus kalkulatorischer Abschreibungen) in Bauten auf einem hohen Niveau, vor allem auf Grund der hohen Investitionstätigkeit in den neuen Bundesländern.

Danach war ein stetiger Rückgang zu verzeichnen, seit 2003 war die staatliche Investitionstätigkeit jedes Jahr niedriger als die Abschreibungen, auch wenn sich die Situation ab 2016 deutlich verbesserte. Von 2003 bis 2020 addierten sich die rückläufigen Nettoanlageinvestitionen in Bauten auf 86,5 Mrd. Euro. Die öffentliche Infrastruktur wurde somit auf Verschleiß betrieben.

Für diese Entwicklung sind vor allem die Kommunen verantwortlich, die ihr Anlagevermögen in Bauten seit 2003 um 97 Mrd. Euro reduzierten. Entsprechend ermittelt das Deutsche Institut für Urbanistik seit Jahren einen kommunalen Investitionsstau von weit über 100 Mrd. Euro.