Staatliche Nettoanlageinvestitionen in Bauten

 

Kommunen als Sorgenkinder

 

Bei der staatlichen Bautätigkeit sind nicht nur die reinen Bauausgaben wichtig, sondern auch deren Relation zum Vermögensbestand an Bauten. Von 1991 bis 1994 lagen die Nettoanlageinvestitionen des Staates (Bruttoanlageinvestitionen minus Abschreibungen) in Bauten auf einem hohen Niveau, vor allem auf Grund der hohen Investitionstätigkeit in den neuen Bundesländern.

Danach war allerdings ein stetiger Rückgang zu verzeichnen, seit 2003 war die staatliche Investitionstätigkeit jedes Jahr niedriger als die Abschreibungen. Bis 2018 addierten sich die rückläufigen Nettoanlageinvestitionen in Bauten auf 88 Mrd. Euro. Die öffentliche Infrastruktur wird somit auf Verschleiß betrieben.

Für diese Entwicklung sind vor allem die Kommunen verantwortlich. Während die Nettoanlageinvestitionen von Bund und Ländern um die Nulllinie pendeln, reduzierten die Gemeinden ihr Anlagevermögen in Bauten seit 2003 um 87 Mrd. Euro. Entsprechend ermittelt das Deutsche Institut für Urbanistik seit Jahren einen kommunalen Investitionsstau von weit über 100 Mrd. Euro.

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