Gute Auftragslage: Licht am Horizont sichtbar

Zahlen & Fakten

Auftragseingang profitiert von Großprojekten. Umsatz aber nur leicht im Plus. Branche stellt weiter Personal ein – Kapazitäten vorhanden. 

Die BAUINDUSTRIE freut sich über die gute Auftragslage im August. Dank diverser Großprojekte, insbesondere im Bahnbau, der im Wirtschaftstiefbau erfasst wird, aber auch im Wohnungsbau meldet das Statistische Bundesamt im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg des Auftragseingangs1 im Bauhauptgewerbe von real2 17,3 Prozent, zum Vormonat3 sogar von 23,0 Prozent. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis August ergibt sich damit ein reales2 Plus von 3,2 Prozent. Dies ist auch bereits ein wenig beim Umsatz1 angekommen: Für diesen wird im August ein reales Plus von 4,9 Prozent ausgewiesen, in Summe der ersten acht Monate sind wir nun im Plus (+0,9 Prozent).

„Wir sehen endlich Licht am Horizont, das ist die positive Nachricht. Es dauert sicherlich etwas, bis insbesondere Großprojekte in der Branche und damit auch nachhaltig im Umsatz ankommen, für das vierte Quartal und insbesondere für das kommende Jahr sind das aber gute Nachrichten. Kritisch sehen wir hingegen die aktuell geäußerten Befürchtungen, dass die steigende Nachfrage – insbesondere durch die Mittel des Sondervermögens – zu überdurchschnittlich steigenden Preisen führen könnte. Dem widersprechen wir ausdrücklich. Schließlich haben die Bauunternehmen in den vergangenen Jahren trotz schlechter Baukonjunktur ihr Personal überwiegend gehalten. Mehr noch: Sie haben 2025 und auch in diesem Jahr sogar weiter Personal aufgebaut. Die Zahl der Beschäftigten ist im vergangenen Jahr in der gesamten Branche um knapp ein Prozent und in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sogar um 1,6 Prozent gestiegen. Das heißt, sie haben angesichts des angekündigten Sondervermögens sogar Unterauslastung und damit höhere Kosten in Kauf genommen, um möglichst schnell loslegen zu können.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die Lage am Bau.

Müller: „Die Branche arbeitet intensiv daran, ihre Produktivität zu steigern. Die Bauunternehmen haben in den vergangenen Jahren massiv investiert. Im Baugewerbe haben sich die Investitionen in neue Ausrüstungen preisbereinigt seit 2010 verdoppelt, im Verarbeitenden Gewerbe haben sie um neun Prozent zugelegt. Zudem werden Building Information Modeling (BIM) und Robotik schon in vielen Unternehmen eingesetzt. Und bei einem der wichtigsten Hebel zur Produktivitätssteigerung, dem seriellen und somit überwiegend baustellenunabhängigen Bauen, ist auch die öffentliche Hand gefragt. Hier müssen unbedingt zentrale Hürden bei Vergabe, Planung und Regulierung abgebaut werden. Wir können es nur immer wiederholen: Unterschiedliche Landesbauordnungen bringen uns nicht voran.“

 

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis). 

1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt | 3 preis-, saison- und kalenderbereinigt