Unter dem Motto „Strength with Unity“ will die irische Ratspräsidentschaft die europäische Wettbewerbsfähigkeit stärken, Bürokratie abbauen, den Binnenmarkt vertiefen und die Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028–2034 voranbringen.
Für die Bauwirtschaft sind insbesondere die geplanten Maßnahmen zur Stärkung des Binnenmarktes, zur Vereinfachung von EU-Vorschriften sowie zur Förderung von Investitionen in Infrastruktur, Energie und Wohnungsbau relevant. Die Präsidentschaft will Marktbarrieren abbauen, grenzüberschreitende Tätigkeiten erleichtern und mit mehreren Omnibus-Paketen den Verwaltungsaufwand für Unternehmen reduzieren.
Besondere Bedeutung haben die angekündigten Arbeiten am EU-Baudienstleistungsgesetz und am Gesetz für bezahlbaren Wohnraum. Ziel ist es, den Rechtsrahmen für Bau- und Installationsdienstleistungen zu modernisieren, die grenzüberschreitende Erbringung von Bauleistungen zu erleichtern und durch vereinfachte Genehmigungs- und Planungsverfahren Investitionen in Wohnungsbau und Infrastruktur zu beschleunigen.
In der Industrie- und Binnenmarktpolitik setzt Irland auf bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen, erleichterte Investitionen sowie die Förderung von Innovation, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Dazu zählen unter anderem der Industrial Accelerator Act und der Chips Act 2.0.
Im Energie- und Klimabereich stehen das European Grids Package, Maßnahmen zur Elektrifizierung, ein Energie-Omnibus sowie die Weiterentwicklung des Emissionshandels, des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und der europäischen Kreislaufwirtschaftspolitik auf der Agenda. Diese Vorhaben können erhebliche Auswirkungen auf Bauprodukte, Baustoffe, Energieinfrastruktur und nachhaltiges Bauen haben.
Im Bereich Beschäftigung und Soziales will die Präsidentschaft faire Arbeitsmobilität, hochwertige Arbeitsplätze und soziale Inklusion stärken. Im Mittelpunkt stehen das Fair Labour Mobility Package mit dem digitalen Europäischen Sozialversicherungsausweis (ESSPASS), eine stärkere Rolle der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA) sowie der angekündigte Quality Jobs Act. Ergänzend sollen Fachkräftesicherung, Qualifizierung und lebenslanges Lernen gefördert werden.
Insgesamt setzt die irische Ratspräsidentschaft klare Prioritäten bei Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau, Wohnungsbau, Infrastruktur, Energie und Arbeitsmobilität. Für die deutsche Bauwirtschaft werden insbesondere das EU-Baudienstleistungsgesetz, die Vereinfachungsagenda sowie die arbeits-, energie- und klimapolitischen Dossiers in den kommenden Monaten von besonderer Bedeutung sein.
