Kabinett beschließt Halbierung der Westbalkanregelung

Fachkräfte

BAUINDUSTRIE-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller zur geplanten Halbierung der Zuwanderung über die Westbalkanregelung

BAUINDUSTRIE warnt vor Verlust von knapp 9.000 Arbeitskräften

 

Die geplante Halbierung der Zuwanderung über die Westbalkanregelung von 50.000 auf 25.000 Personen trifft die Bauwirtschaft am härtesten. Denn: Auf einen Schlag werden knapp 9.000 dringend benötigte Arbeitskräfte fehlen. Diese Menschen lassen sich nicht einfach durch Arbeitskräfte im Land oder Beschäftigte aus anderen Branchen ersetzen. Viele von ihnen verfügen über baufachliche Erfahrung und Expertise. Gerade bei zentralen Tätigkeiten, etwa im Bereich Stahl- und Betonarbeiten werden Kompetenzen benötigt, die auf dem heimischen Arbeitsmarkt kaum noch verfügbar sind. Sie schließen eine Lücke, die wir aus eigener Kraft nicht mehr vollständig schließen können.

Die heute im Kabinett beschlossene Regelung reißt Lücken in die Personaldecke, während sich gleichzeitig der demografische Wandel am Arbeitsmarkt verschärft: Der Abgang von 17.000 Bauarbeitern in die Rente allein im letzten Jahr unterstreicht, wie wichtig ausländische Arbeits- und Fachkräfte für unsere Unternehmen sind. Sie verdrängen keine heimischen Beschäftigten, sondern sichern den Betrieb auf unseren Baustellen. Wer jetzt 9.000 Arbeitskräfte aus dem Markt nimmt, riskiert nicht nur Verzögerungen bei Wohnungsbau und Infrastruktur sowie zusätzliche Kosten. Er verhindert jetzt und in jedem folgenden Monat Wertschöpfung in einer Branche, die standorttreu und wirtschaftliches Fundament in jeder Region Deutschlands ist.