Über das Gremium

Als BAUINDUSTRIE setzen wir uns ausdrücklich für Normen ein, weil sie ein unverzichtbares Fundament für Sicherheit, Qualität und Verlässlichkeit im Bauwesen bilden. 

Normen sind ein zentraler Pfeiler für Sicherheit, Qualität und Verlässlichkeit im Bauwesen. Sie bündeln bewährtes technisches Wissen, schaffen einheitliche Standards und erleichtern damit Planung, Ausschreibung und Ausführung. Ohne Normen wäre das Bauen deutlich komplizierter, fehleranfälliger und teurer, weil jedes Projekt individuelle Lösungen entwickeln müsste. Normen reduzieren Aufwand, sichern ein gemeinsames Qualitätsniveau und machen Innovationen überhaupt erst skalierbar.

Normen sind technische Regelwerke, die Lösungsansätze für fachliche Fragestellungen bereitstellen und damit einen wesentlichen Nutzen für alle Beteiligten, insbesondere für die Bauwirtschaft, bieten. Sie unterstützen ein mangelfreies und wirtschaftliches Bauen und gelten als Garant für Sicherheit, Qualität/Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit von Bauwerken. 

Durch die Beschreibung standardisierter technischer Verfahren – ohne dabei zwingend die einzig mögliche Methode vorzugeben – vereinfachen Normen Planungs- und Ausführungsprozesse.  

Haben sich Normen über längere Zeit bewährt, schaffen sie ein hohes Maß an Verlässlichkeit und tragen dazu bei, die Sicherheit/Standsicherheit, Qualität, Funktionalität und Beständigkeit von Bauwerken dauerhaft zu sichern. Sie fungieren somit als verlässliche Bezugsquelle und Multiplikator bewährter technischer Lösungen für die gesamte Bauwirtschaft. 

Im Rahmen der Normenerstellung, dem sogenannten Normungsprozess, ist sicherzustellen, dass Normen zielgerichtet und lösungsorientiert ausgearbeitet werden. Durch die Standardisierung technischer Sachverhalte sollen sie zugleich zu wirtschaftlichen Lösungen beitragen. Nur auf dieser Grundlage können Normen ihre politisch wie gesellschaftlich vorgesehenen Funktionen erfüllen und einen objektiven Mehrwert im Sinne des Gemeinwohls sowie der öffentlichen Interessen gewährleisten. 

Vielfach bestehen Missverständnisse zur rechtlichen Verbindlichkeit von Normen. Es gilt: Die Anwendung von Normen ist grundsätzlich freiwillig. Sie sind nicht verpflichtend im Sinne eines Gesetzes einzuhalten. Normen besitzen keinen Gesetzescharakter; daher besteht weder eine automatische rechtliche Verpflichtung noch eine generelle gesetzliche Inbezugnahme. 

Rechtsverbindlichkeit erlangen Normen erst dann, wenn Gesetze, Rechtsverordnungen oder normenkonkretisierende Verwaltungsvorschriften explizit auf Normen verweisen – beispielsweise durch deren bauaufsichtliche Einführung in den Landesbauordnungen im Rahmen der dort verankerten vorbeugenden Gefahrenabwehr. 

DIE BAUINDUSTRIE ENGAGIERT SICH AKTIV IN DER NORMUNG

Als BAUINDUSTRIE organisieren wir unsere Mitwirkung in der Normung koordiniert, professionell und nachhaltig – national wie europäisch. Nur mit dieser zielgerichteten Positionierung können wir unsere Rolle als unverzichtbarer Partner für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung technischer Regelwerke sicherstellen. In diesem Sinne gestalten wir die Normung als strategisches Handlungsfeld aktiv, um zukunftsfähige Rahmenbedingungen für bauindustrielle Geschäftsmodelle zu schaffen. 

Um die Qualität und Praxisrelevanz von Baunormen im Sinne der Branche sicherzustellen, etablieren wir eine verbindliche Normungsstrategie mit klaren inhaltlichen Zielen, einer strukturierten Organisation sowie ausreichenden personellen, zeitlichen und materiellen Ressourcen. 

Zentrales Ziel ist es, Effizienz und Geschwindigkeit bei der Umsetzung von Innovationen zu erhöhen. Nachhaltigkeit bildet dabei die entscheidende Motivation und eröffnet zugleich politische Handlungsspielräume. 

Der Lenkungsausschuss Normung führt diese strategische Ausrichtung zusammen und entwickelt Wege, wie das etablierte Normungssystem durch die BAUINDUSTRIE optimal genutzt und weiterentwickelt werden kann. Der Fokus der Betrachtung wird dabei darüber hinaus erweitert auf andere Rechtsbereiche wie beispielsweise des Zulassungs- und Bauordnungswesens sowie des Gebäudetyps E. 

Dabei werden auch rechtliche Schnittstellen – insbesondere zu Vertrag, Gewährleistung, Haftung und den anerkannten Regeln der Technik – systematisch betrachtet, um rechtssichere und moderne Lösungen zu ermöglichen. 

Ziel ist es, die Stimme der BAUINDUSTRIE im NABau zu stärken und Normen so mitzugestalten, dass sie den zukünftigen Anforderungen der Branche entsprechen.

Wesentliche Punkte  

  • Strategische Mitwirkung: Die BAUINDUSTRIE organisiert ihre Normungsarbeit professionell und abgestimmt, national wie europäisch.
  • Verbindliche Normungsstrategie: Klare Ziele, Strukturen und ausreichende Ressourcen sichern praxisgerechte, qualitativ hochwertige und innovationsfreundliche Normen.
  • Innovationen & Nachhaltigkeit: Effizienz, Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit sind zentrale Treiber der normungspolitischen Ausrichtung.
  • Rechtliche Einordnung: Die Analyse von Vertrag, Gewährleistung, Haftung und insbesondere der anerkannten Regeln der Technik schafft Rechtssicherheit für innovative Bauweisen und um wirtschaftliches und einfaches Bauen zu ermöglichen.
  • Erweiterter Fokus: Neben DIN-Normung rücken auch Bauordnungsrecht, Zulassungswesen und der Gebäudetyp E stärker in den Blick. 

AUFGABEN

  • Wir vertreten die Interessen unserer Mitglieder gegenüber Interessenverbänden, politischen Organisationen, technischen Regelsetzern, dem Gesetzgeber sowie insbesondere gegenüber dem DIN als zentralem Normungsakteur.
  • Wir positionieren die bauindustriellen Interessen in nationalen und europäischen Normungsgremien und besetzen strategische Schlüsselrollen (z. B. DINPräsidium, NABauBeirat) zur frühzeitigen Einflussnahme.
  • Wir unterstützen unsere Mitglieder bei normungsrelevanten Fragestellungen und sichern Praxisrelevanz sowie technische Richtigkeit der Regeln.
  • Wir organisieren die ehrenamtliche Mitarbeit von Expertinnen und Experten aus den Mitgliedsunternehmen der Bauindustrie und nehmen eine führende Rolle im Förderverein Baunormung e. V. ein.
  • Wir fördern die Weiterentwicklung praxisgerechter Standards und priorisieren Normungsthemen systematisch gemäß Normungsroadmap Bauwerke 2024.
  • Wir erweitern unseren Fokus gezielt auf weitere Rechtsbereiche, insbesondere das Zulassungs- und Bauordnungswesen sowie dem Gebäudetyp E, um deren Auswirkungen systematisch in die Normungsarbeit zu integrieren.
  • Wir begleiten und bewerten die Entwicklungen der Bauprodukteverordnung sowie deren Folgen für Planung, Ausführung, Konformität und Marktzugang und unterstützen unsere Mitglieder bei der richtigen Anwendung der Anforderungen.
  • Wir wirken mit an relevanten Forschungsprojekten und stärken pränormative Arbeiten – insbesondere in der Initiative Praxisgerechte Regelwerke im Bauwesen (PRB) – zur evidenzbasierten Normungsarbeit.
  • Wir etablieren ein kontinuierliches Monitoring von DIN/CENAktivitäten, bündeln Rückmeldungen aus Praxis, BFAen, Lenkungsausschüssen und Landesverbänden und steuern Stellungnahmen/Einsprüche koordiniert.
  • Wir organisieren Informations- und Austauschformate rund um Normung und Regulatorik und motivieren Mitgliedsunternehmen zur Mitarbeit, Einbindung in Entscheidungen, Anerkennung des Engagements und Netzwerkbildung.
  • Wir bieten Informationen, Leitfäden und Rundschreiben zur Unterstützung unserer Mitglieder.
  • Wir evaluieren die Normungsstrategie alle zwei Jahre und passen Prioritäten und Ressourcen an.
  • Wir kooperieren mit Fachverbänden, z.B. mit der Initiative Praxisgerechte Regelwerke im Bauwesen (PRB), mit dem Netzwerk Normung, dem Baugerichtstag im Arbeitskreis „Normung“. 

AKTUELLE THEMEN

  • Wir organisieren die Mitwirkung der Expertinnen und Experten aus den bauindustriellen Mitgliedsunternehmen im NABau so, dass praxisorientierte Normungsarbeit, abgestimmte Positionen und strategische Allianzen entstehen.
  • Wir priorisieren in einer bauindustriellen Normungsstrategie Themen systematisch und stellen sicher, dass Normen wirtschaftliches, nachhaltiges und innovatives Bauen ermöglichen.
  • Wir unterstützen die Umsetzung des Gebäudetyps E, um einfaches, kostensicheres und innovatives Bauen durch geeignete normative und rechtliche Rahmenbedingungen zu ermöglichen.
  • Wir setzen uns dafür ein, die anerkannte Regeln der Technik klarer einzuordnen und rechtssicher anzuwenden, damit Innovationen und vereinfachte Standards ohne Haftungsrisiko möglich werden.
  • Wir positionieren uns dafür, das Bauordnungsrecht und die Technischen Baubestimmungen praxistauglich weiterzuentwickeln und bundesweit konsistente, verlässliche Anforderungen zu fördern. 

AKTUELLES

DIN SPEC 91500 

Die DIN SPEC 91500 definiert erstmals einen einheitlichen Industriestandard für die Aufbau- und Ablauforganisation von Bauprojekten. Sie schafft Klarheit über Rollen, Verantwortlichkeiten und Prozessschritte im gesamten Projektablauf. Damit unterstützt sie Standardisierung, Digitalisierung (z. B. BIM) sowie modularisierte und vorgefertigte Bauweisen. 

Ziel ist es, Bauprojekte effizienter, transparenter und nachhaltiger zu machen. 

Die DIN SPEC erleichtert allen Beteiligten ein gemeinsames Prozessverständnis und steht seit dem 01.07.2025 und steht für Sie zum kostenfreien Download zur Verfügung: https://www.dinmedia.de/de/technische-regel/din-spec-91500/391575872

Im Rahmen der beabsichtigten Weiterentwicklung der DIN SPEC 91500 möchten wir darauf hinweisen, dass sich interessierte „Weiterentwickler“ gerne direkt mit dem Initiator der DIN SPEC, Herrn Dr. Albert Dürr, Geschäftsführender Gesellschafter der Wolff & Müller Holding GmbH & Co. KG, in Verbindung setzen können. Sie erreichen Herrn Dr. Dürr unter der E-Mail-Adresse: michelle.menne@wolff-mueller.de. 

EHRENAMTLICHE MITWIRKUNG IM NABAU

Die ehrenamtliche Mitarbeit in den NABau-Arbeitsausschüssen wird vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie über die entsprechenden Bundesfachabteilungen (BFA) organisiert. Damit wird erreicht: 

  • praxisorientierte Normungsarbeit,
  • fachliche und organisatorische Unterstützung und Zuarbeit aus den HDB-Gremien,
  • Spiegelung der HDB-Strukturen (BFAen) in den jeweiligen NABau-Gremien,
  • abgestimmte Positionen bei strittigen Themen durch Schaffung strategischer Allianzen. 


Der Hauptverband der Bauindustrie organisiert die Mitarbeit im Normenausschuss Bauwesen (NABau) des DIN. Jedes Mitgliedsunternehmen kann seine Experten kostenfrei entsenden und so an der Gestaltung von Normen aktiv mitwirken. 

Bitte melden Sie sich einfach bei Claudia Schwab claudia.schwab@bauindustrie.de oder bei Darleen Schulz darleen.schulz@bauindustrie.de

Leitfaden für die Mitarbeit in den Nabau-Arbeitsausschüssen des DIN