Brancheninfo Bau

Fluktuationsquote im Bau(haupt-)gewerbe 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken

Kraus / 21.07.2026

Im Juni 2025 waren im deutschen Baugewerbe (ohne Bauträger) 1,94 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, im darin enthaltenen Bauhauptgewerbe waren es 858.600. Das waren zwar 25 % bzw. 21 % mehr als 2008 (diese Daten liegen in dieser Abgrenzung erst ab 2008 vor), im Vorjahresvergleich ist die Zahl der Beschäftigten allerdings leicht gesunken: Im Baugewerbe wurde ein Rückgang von 0,6 %, im Bauhauptgewerbe von 0,2 % gemeldet. Auch die Zahl der offenen Stellen ist 2025 (Jahresdurchschnitt) gesunken, die der Arbeitslosen ist ebenfalls gesunken – nach einem Anstieg 2023 und 2024. 

Es wundert somit nicht, dass die Fluktuationsquote im Bau(haupt)gewerbe – nach 2024 – auch 2025 zurückgegangen ist, obwohl der Umsatz im Bauhauptgewerbe 2025 real – erstmals seit 2020 – wieder gestiegen ist. Der Rückgang fiel mit 0,2 %-Punkte auf 36,3 % aber deutlich niedriger aus als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (um 0,9 %-Punkte auf 30,5 %). In Zeiten guter Baukonjunktur lag die Quote im Bauhauptgewerbe zwischen 38,5 % und 41,5 % und damit deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Niveau von 30,7 % und 33,4 %. Für Arbeitnehmer und Jobsuchende war die gute (Bau-)Konjunktur eine komfortable Situation – das Entlassungsrisiko war gering und das Arbeitsplatzangebot vergleichsweise groß. Für die (Bau-)Unternehmen jedoch wurde es immer schwieriger, offene Stellen adäquat zu besetzen, weil das Angebot an Bewerbern - auch demografiebedingt - immer kleiner wurde. 

Erschwerend kam die hohe Fluktuation hinzu: Im Jahresdurchschnitt 2008 mussten im Wirtschaftszweig Baugewerbe (ohne Bauträger) rein rechnerisch 39,3 % aller sozialversicherungspflichtigen Stellen in Deutschland neu besetzt werden, im Bauhauptgewerbe 41,5 %. 2025 hat sich nun aber die Abschwächung der (Hochbau-)Baukonjunktur, bemerkbar gemacht: Die Fluktuationsquote lag im Baugewerbe bei 33,8 % und damit auf dem niedrigsten Niveau im Betrachtungszeitraum 2008 bis 2025. Im Bauhauptgewerbe wurde das Niveau von 2025 mit 36,3 % nur im Corona-Jahr 2020 mit 35,8 % unterschritten. 

Genau genommen wäre die Fluktuationsquote der Anteil jener Stellen, auf denen innerhalb eines Jahres ein Mitarbeiterwechsel stattfindet. Allerdings wird dieser Sachverhalt statistisch nicht erhoben, deshalb muss die Fluktuation näherungsweise berechnet werden: Sie ergibt sich aus dem Durchschnitt der neu geschlossenen und beendeten Arbeitsverhältnisse, der wiederum in Relation zum Bestand an Beschäftigungsverhältnissen gesetzt wird.

Die Fluktuationsquote:

(begonnene + beendete Beschäftigungsverhältnisse innerhalb eines Jahres) / 2x 100%
(Personalbestand zum Jahresende + Personalbestand zum Ende des Vorjahres) / 2

zeigt somit, in welchen Branchen und bei welchen Arbeitnehmern Jobwechsel besonders häufig sind.

Innerhalb der (Bau-)Berufe fällt die Fluktuation sehr unterschiedlich aus. In Hoch- und Tiefbauberufen ist der Jobwechsel 2025 binnen Jahresfrist - aufgrund der immer noch schwachen Entwicklung im Hochbau - zwar deutlich zurückgegangen, aber auf einem höheren Niveau: Die Quote sank von 42,5 % auf 41,8 %. Sie lag damit aber immer noch deutlich über dem Branchendurchschnitt. Auch die Innen- und Ausbauberufe weisen mit einer Quote von 42,1 % eine hohe Fluktuation auf und ist im Vorjahresvergleich sogar gestiegen (2024: 41,7 %). Die Berufe in der Bauplanung, Architektur und Vermessung weisen hingegen eine niedrigere Beschäftigungsdynamik auf: Die Quote lag mit 20,2 % (2024: 21,0 %) deutlich unter derjenigen des Bauhauptgewerbes. 

Siehe auch:

Berechnungstabelle (Excel) Fluktuationsquote (abzurufen über ELVIRA)

Brancheinfo Bau: „Fachkräftesituation im Bauhauptgewerbe

Präsentation „Bauarbeitsmarkt“ (abzurufen über ELVIRA)

Präsentation „Frauen am Bau“ (abzurufen über ELVIRA)