Brancheninfo Bau

Frauen am Bau

Kraus / 13.02.2026

Bauingenieurberuf bei Frauen sehr beliebt, aber auch gewerbliche Berufe gewinnen an Bedeutung 

Die Frauenquote bei Studierenden eines Bauingenieurstudiums hat sich innerhalb von 25 Jahren von 20 auf 30 % erhöht. Mittlerweile sind 29 % der in Bauunternehmen beschäftigten Bauingenieure weiblich. Im Durchschnitt der Branche (Bauhauptgewerbe) liegt der Frauenanteil allerdings nur bei nahezu konstanten 11 %. Dabei werden auch gewerbliche Berufe für Frauen zunehmend interessanter.

Branchendurchschnitt

Im gesamten Baugewerbe lag der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen an allen Beschäftigten (Angestellte und Gewerbliche) im Juni 2025 bei 14 % und damit im Ranking der Wirtschaftszweige an letzter Stelle (siehe Folie 3 der Präsentation „Frauen am Bau). Im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt lag die Frauenquote bei 47 %. Im Bauhauptgewerbe lag der Anteil sogar nur bei 11 % (siehe Folie 4). 

Obwohl die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen im Bau(haupt)gewerbe (wie auch die Gesamtsumme) im Zeitverlauf konjunkturbedingten Schwankungen unterlag, ist der Anteil an allen Beschäftigten nahezu gleichgeblieben. Aber auch im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt hat sich der Frauenanteil im Betrachtungszeitraum von 2000 bis 2025 nur unwesentlich erhöht.

Anmerkung: Das Statistische Bundesamt weist die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe nur insgesamt aus. Eine Differenzierung nach Geschlecht wird weder in der Konjunktur- noch in der Strukturstatistik vorgenommen. Eine Unterteilung nimmt nur die Bundesagentur für Arbeit (BA) bei der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten vor. Die Daten werden für die Monate März, Juni, September und Dezember ausgewiesen. Um saisonale Schwankungen zu vermeiden, werden im Rahmen dieser Auswertung nur die Daten für den Juni betrachtet. 

Dass der Anteil der weiblichen Beschäftigten im Wirtschaftszweig Bau(haupt)gewerbe so niedrig ausfällt, ist auf den sehr hohen Anteil an gewerblichen Arbeitnehmern zurückzuführen. Dieser liegt im Branchendurchschnitt des Bauhauptgewerbes (inkl. gewerblicher Auszubildender) bei 70 % (siehe Folie 5). 

Gewerbliche Berufe

Die gewerblich Beschäftigten sind überwiegend männlich. So lag die Frauenquote bei den Beschäftigten mit bauhauptgewerblichen Berufen (wie Maurer, Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker, Gerüstbauer, Straßen- und Tiefbauer und Bauhilfsarbeiter) im Juni 2025 im Durchschnitt nur bei 2,3 % und damit nur unwesentlich über dem Wert von 2013 mit 1,3 % (siehe Folie 6). (Anmerkung: In der Abgrenzung der Berufe liegen die Daten - aufgrund der Einführung der Berufsklassifikation 2010 - erst ab 2013 vor.) Der Frauenanteil ist in den meisten Berufen deutlich unterdurchschnittlich: Im Rohrleitungsbau lag der Anteil lediglich bei 0,7 %, bei Kanal- und Tunnelbauern bei 0,9 %, bei Beton- und Stahlbetonbauberufen bei 1,0 %, bei Dachdeckern bei 1,3 %, im Gleisbau bei 1,8 % und bei im Straßen- und Asphaltbau bei 2,0 %. Lediglich im Tiefbau ohne Tätigkeitsschwerpunkt (2,9 %) und im Hochbau ohne Tätigkeitsschwerpunkt (mit 3,2 %) sowie im Kultur- und Wasserbau (10,5 %) lag die Frauenquote über dem Durchschnitt. 

In ausbaugewerblichen Berufen lag der Anteil der Frauen an den gesamten Beschäftigten im Juni 2025 im Durchschnitt bei 2,7 % und damit um 0,7 Prozentpunkte über dem Wert von 2013. In den Berufen der Bodenverlegung (1,1 %), Klempnerei, Sanitär, Heizung (1,3 %), Isolierung (1,3 %), Aus- und Trockenbau (1,9 %) und Bauelektrik (2,0 %) lag der Frauenanteil unter dem Durchschnitt, bei den Berufen der Bautischlerei (3,4 %), der Glaserei (3,8 %), der Maler- und Lackierer (7,5 %), der Rollladen- und Jalousiebauer (8,0 %) - zum Teil deutlich - darüber.

Gewerbliche Auszubildende

Der Frauenanteil bei den gewerblichen Berufen wird voraussichtlich – zumindest im Durchschnitt – in naher Zukunft etwas steigen: Die Frauenquote lag bei den gewerblichen Auszubildenden (laut der Statistik der BA) mit bauhauptgewerblichen Berufen im Juni 2025 schon bei 4,8 % (siehe Folie 7). 2018, dem Beginn unserer Auswertung, lag der Anteil nur bei 1,8 %. Dass die Frauenquote in ausbaugewerblichen Berufen mit 5,7 % (2018: 4,4 %) deutlich darüber lag, ist auf die hohe Quote (21,3 %) bei den Malern und Lackierern und deren hohen Anteil an den gesamten weiblichen Auszubildenden im Ausbaugewerbe (53 %) zurückzuführen. 

Kaufmännisch / Technische Auszubildende

In den kaufmännischen Ausbildungsberufen lag der Frauenanteil hingegen (nach Angaben der Sozialkasse des Baugewerbes – Daten ohne Berlin) Ende 2025 bei 59 % und bei den technischen Ausbildungsberufen (Bauzeichner etc.) bei 38 %. Beim gewerblichen dualen Studium betrug die Frauenquote 11 %. 

Bauplanung, Vermessung, Architektur

Die Frauen in der Bauwirtschaft sind überwiegend in der Bauplanung und in Architektur- und Vermessungsberufen sowie in der Kalkulation und Abrechnung tätig: Im Juni 2025 war jeder zweite (53 %) sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Architekturberuf weiblich, 2013 lag der Anteil bei 44 % (siehe Folie 8). In der Bauplanung lag die Frauenquote 2025 bei 28 %, in der Vermessung und Kartografie bei 29 %, in der Bauabrechnung und -kalkulation bei 31 %, in der Stadt- und Raumplanung sogar bei 55 %. Lediglich in Tätigkeiten der Bauaufsicht lag der Anteil nur bei 8 %. Hierbei kann der Statistik aber nicht entnommen werden, ob die Beschäftigten bei Bauunternehmen, in Architektur- und Ingenieurbüros oder in der öffentlichen Verwaltung tätig sind. Auch muss berücksichtigt werden, dass es sich um sozialversicherungspflichtig Beschäftigte handelt, Selbständige sind hier nicht enthalten.

Studierende des Fachbereichs Bauingenieurwesen

Die Studienfachrichtung Bauingenieurwesen erfreut sich seit Beginn des Bauaufschwungs 2006 zunehmender Attraktivität (siehe Folie 9). Die Zahl der Studierenden ist von ehemals 32.000 im Wintersemester (WS) 2007/08 um 92 % auf 61.500 im WS 2021/22 gestiegen. Während die Zahl der männlichen Studierenden im gleichen Zeitraum um 76 % gestiegen ist, hat die der weiblichen sogar um 144 % zugelegt. Seit dem WS 22/23 ist allerdings ein Rückgang der Zahl der Studierenden der Fachrichtung Bauingenieurwesen zu beobachten. Dies ist auf den demografisch bedingten Rückgang der Studienanfänger zurückzuführen (s.u.). Da auch der Rückgang in den (Krisen-)Jahren zuvor und auch aktuell bei den weiblichen Studierenden niedriger ausfiel als bei den männlichen, ist die Frauenquote im Betrachtungszeitraum 1998/99 bis WS 2024/25 von 20 auf 30 % gestiegen. Damit ist das Interesse der weiblichen Schulabgänger an einem Bauingenieurstudium deutlich stärker ausgeprägt als z. B. an einem Maschinenbaustudium, hier sind aktuell nur 14 % der Studierenden weiblich.

Der starke Anstieg der Frauenquote bei den Studierenden (und letztendlich auch bei den sozialversicherungspflichtigen Bauingenieuren s.u.) könnte aber bald ein Ende haben. Zwar ist sowohl die Zahl der bestandenen Prüfungen von weiblichen Bauingenieurstudierenden von 1.240 im Jahr 1999 auf 3.350 im Jahr 2024 als auch der Anteil der bestandenen Prüfungen der weiblichen Studierenden an den gesamten bestandenen Prüfungen von 18 auf 32 % gestiegen, mit einem leichten Rückgang am aktuellen Rand. Demgegenüber ist aber die Zahl der weiblichen Studienanfänger im ersten Fachsemester des Bauingenieurstudiums - nach einer Verdoppelung von 1998/99 bis 2015/16 auf 3.145 - in den vergangenen Jahren wieder gesunken und lag im WS 2024/25 bei 2.720. 

Bauingenieure

Der Beruf des Bauingenieurs ist bei Frauen deutlich beliebter als die gewerblichen Bauberufe und hat sogar noch an Attraktivität gewonnen (siehe Folie 10). Hier hat sich die gestiegene Zahl der weiblichen Studierenden bemerkbar gemacht. Dabei fällt der Anteil allerdings je nach Schwerpunkt unterschiedlich hoch aus: Beim Rohrleitungsbau sind nur 12 % der Ingenieure weiblich. Im Straßen- und Asphaltbau sind es hingegen schon 27 %, im Hochbau ohne Schwerpunkt liegt der Anteil sogar bei 32 %. Im Durchschnitt liegt die Frauenquote bei Bauingenieuren insgesamt bei 32 %, zwölf Jahre zuvor waren es noch 26 %. Bei den Bauingenieuren, die überwiegend in Unternehmen tätig sind, liegt die Quote aktuell bei 29 % (2013: 24 %). Insgesamt waren von den 97.800 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Bauingenieuren 31.270 weiblich, 82 % mehr als 2013.

Von diesen 31.270 sind „nur“ 7.115 Bauingenieurinnen in der öffentlichen Verwaltung tätig. Dies sind zwar deutlich weniger als in der Privatwirtschaft, im Vergleich zu 2013 ist die Zahl aber um 145 % gestiegen. Demgegenüber hat die Zahl der männlichen Kollegen nur um 88 % zugelegt. Die Frauenquote liegt mittlerweile bei 46 % (2013: 40 %) und damit deutlich über der Quote in der Privatwirtschaft. Der Abstand könnte sogar noch größer werden, da zu erwarten ist, dass eine nicht unerhebliche Zahl weiblicher Bauingenieure im Laufe des Berufslebens in die öffentliche Verwaltung wechselt, da die Arbeitsbedingungen hier familienfreundlicher sind. 

Durchschnittliche Bruttomonatsverdienste

Das Statistische Bundesamt weist für den Wirtschaftszweig Baugewerbe die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste für Vollzeit beschäftigte Arbeitnehmer nach Anforderungsniveau und Geschlecht aus (siehe Folie 11). Dabei wird unterschieden zwischen Experten, Spezialist, Fachkraft und Helfer. Aufgrund der Umstellung von Leistungsgruppen auf Anforderungsniveaus im Jahr 2022 ist eine Betrachtung von Gehaltsunterschieden über einen längeren Zeitraum nicht mehr möglich. Die Daten nach neuer Systematik liegen valide erst ab 2023 vor. Dabei wird immer nur die Angabe für den Monat April ausgewiesen. 

Obwohl das Gehalt bei den beschäftigten Frauen in den vergangenen Jahren gestiegen ist, hat sich der Abstand zum Gehaltsniveau der Männer im Branchendurchschnitt kaum verändert. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienste (inkl. Sonderzahlungen) für Vollzeit beschäftigte Frauen im Baugewerbe hat von 2023 bis 2025 um 15,6 % auf 4.180 Euro zugelegt, für Männer um 17,1 % auf 4.490 Euro. Innerhalb der Anforderungsniveaus bewegt sich das Monatsgehalt zwischen bei Frauen zwischen 2.847 Euro für Helfer und 6.636 Euro für Experten, bei Männern zwischen 3.373 und 8.524 Euro. Die größten Gehaltssprünge von 2023 bis 2025 verbuchen die männlichen Helfer mit einem Plus von 21,3 %. 

Im Branchendurchschnitt erhalten Frauen 93 % des Gehaltsniveaus ihrer männlichen Kollegen. Innerhalb der Anforderungsniveaus stellt sich die Situation hingegen unterschiedlich dar. Aufgrund des hohen Anteils der Fachkräfte in der Branche liegt das Gehaltsniveau der weiblichen Fachkräfte auch um 7 % unter dem Niveau der männlichen Kollegen. Bei den Spezialisten liegt die Differenz bei 14 % und bei den Experten sogar bei 22 %, letzteres seit 2023 mit steigender Tendenz.  

Dass die Differenz bei den Experten so deutlich ausgeprägt ist, ist natürlich auch darauf zurückzuführen, dass der Frauenanteil bei Bauingenieuren erst in den vergangenen knapp 20 Jahren merklich gestiegen ist und somit das Gehalt von überwiegend jüngeren Frauen mit verhältnismäßig kurzer Betriebszugehörigkeit mit dem Gehalt von überwiegend älteren Männern mit deutlich längerer Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit verglichen wird. Demnach sind fast ein Drittel der männlichen Experten älter als 55 Jahre und nur jeder Fünfte ist jünger als 35 Jahre. Bei den weiblichen Experten ist das Verhältnis umgekehrt (siehe Folie 12).

Siehe auch:

Präsentation Frauen am Bau

Brancheninfo Bau: „Fachkräftesituation im Bauhauptgewerbe