Mooswand schluckt Feinstaub und Schall

Mooswand schluckt Feinstaub und Schall

ZÜBLIN, Helix und DITF entwickeln MoosTex

Im Forschungsprojekt MoosTex haben sich ZÜBLIN und seine Partner die natürlichen Moos-Eigenschaften zunutze gemacht und eine ökologische Systemlösung für verkehrsbelastete Ballungsräume entwickelt: Flexibel einsetzbare modulare Mooswände filtern Feinstaub, binden CO2 , dämpfen Lärm und verbessern das Stadtklima als Feuchtigkeitsspeicher.

Die Ed. Züblin AG, die Helix Pflanzen GmbH und die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) haben die multifunktionale umweltentlastende Wirkung ihrer Mooswand-Paneele über die dreijährige MoosTex-Projektlaufzeit (4/2017–4/2020) im Labor und an Testwänden nachgewiesen. Die grüne Innovation basiert auf der Biofunktion von Moosen, die Feinstaubpartikel als Nährstoff quelle über ihre riesigen Blattoberflächen absorbieren. Biologisch aktiv sind Moose allerdings nur in feuchtem Zustand; bei Hitze verfallen sie in eine Ruhephase (Dormanz). Die MoosTex-Partner haben ein System entwickelt, das das Überleben der vertikal gepflanzten Moose unter urbanen Witterungsbedingungen sichert und mit dem ihre Feinstaub absorbierende Aktivität über alle vier Jahreszeiten hinweg gezielt gesteuert werden kann. Ergebnis ist ein modular aufgebautes Paneel mit einer leichten Alu-Rahmen-Konstruktion, bespannt mit einer textilen Funktionsstruktur, die im Gewächshaus mit Moosen bepflanzt wird. Eine integrierte Bewässerung steuert die umweltentlastende Funktion. Die Module lassen sich in Höhe und Breite variabel kombinieren, rasch ergänzen und in bestehende Schallschutzwände integrieren.

MoosTex wurde gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

  • Mit ihren zahlreichen Blättchen besitzen Moose eine riesige Oberfläche (1 m² Moos hat eine Blattoberfläche von 20–30 m²), über die sie direkt Wasser und Nährstoff e aufnehmen.
  • Im Feinstaub enthaltene Verbindungen dienen Moosen als Nährstoff quelle.
  • Die negativ geladene Oberfläche von Moosblättern zieht Feinstaubpartikel elektrostatisch an und bindet sie.
5-9 %

Eine 2,50 m hohe MoosTexWand absorbierte in einer Simulation unter realen Umweltbedingungen am Stuttgarter Neckartor 5 bis 9 % der Feinstaubpartikel (PM10; max. 10 μm Teilchendurchmesser) aus den täglichen Kfz-Abgasen. Das entspricht dem freigesetzten Feinstaub von 3.000 bis 6.000 Fahrzeugen.

Ökologische Systemlösung

  • Absorption von Feinstaub-Partikeln
  • Bindung von CO2
  • Kühlung
  • Wasserquelle für Insekten und Vögel
  • Schalldämpfende Funktion